Warum investiert die Stadt Zeit und Geld in eine neue Arbeitgebermarke?
Wir wollen gegen aussen zeigen, dass wir uns nicht vor anderen Unternehmen verstecken müssen. Die Stadt St.Gallen ist eine moderne und attraktive Arbeitgeberin – das müssen wir noch mehr sichtbarmachen, damit potenzielle neue Mitarbeitende auf uns aufmerksam werden. Wichtig ist es, dass auch bestehende Mitarbeitende sich mit den Aussagen identifizieren können und daran erinnert werden, wieso sie gerne bei der Stadt St.Gallen arbeiten.
Und wie soll das gelingen?
Wir wollen die Geschichten unserer Mitarbeitenden erzählen, etwa auf unserer neuen Karriereseite. Die Stadt bietet eine riesige Vielfalt an spannenden und sinnvollen Berufsfeldern an. Das müssen wir gegen aussen zeigen. Wir wollen mit der neuen Kampagne aber eine nachhaltige Entwicklung erreichen: Wir müssen uns immer wieder fragen, welche Werte wir leben wollen. Diese Diskussion werden wir auch in Zukunft führen. Schon bald werden wir zu dieser Frage einen partizipativen Prozess starten. Wir wollen wissen, welche Werte unseren Mitarbeitenden wichtig sind.
Was steckt hinter dem Slogan «Aber sicher»?
Er hat mehrere Bedeutungen: Zunächst, dass die Stadt eine verlässlichere Arbeitgeberin ist: Hier kann ich aufgrund klarer und zeitgemässer Strukturen eine stabile Laufbahn verfolgen. Weiter ist «Aber sicher» Ausdruck für die Überzeugung, sich für die richtige Arbeitgeberin entschieden zu haben und die Stadt gemeinsam vorwärtszubringen zu wollen.
Verwaltungen sind bei solchen Kampagnen eher zurückhaltend – ist das nicht eher etwas für die Privatwirtschaft?
Verschiedene Städte und Kanton haben erkannt, dass es wichtig ist, zukünftigen und bestehenden Mitarbeitenden die eigenen Vorzüge aufzuzeigen. Schlussendlich stehen wir in vielen Branchen auch mit der Privatwirtschaft in Konkurrenz – der Fachkräftemangel macht auch vor der Stadt nicht Halt.
Dieses Thema ist in aller Munde. Wie wirkt sich der Fachkräftemangel auf die Stadtverwaltung aus?
Bis jetzt konnten wir alle Stellen besetzen, die wir ausgeschrieben hatten. Die Suche nach zukünftigen Mitarbeitenden ist aber durchaus schwieriger geworden. Das zeigt sich insbesondere daran, dass es bei vielen Stellen schlicht länger dauert, bis eine geeignete Person gefunden werden kann.
Wo bei der Stadt ist die Lage denn am prekärsten?
Diese Entwicklungen sehen wir momentan in vielen Bereichen. Offensichtlich ist sie im ICT-Bereich, wo überall Fachkräfte gefragt sind. Auch in handwerklichen Berufen spüren wir das momentan. Wer beispielsweise eine Netzelektrikerin oder einen Mechaniker sucht, braucht Geduld. Solche Situationen gab es aber auch früher schon, der Arbeitsmarkt bewegt sich in Wellen. Es hat sich aber auch gesellschaftlich einiges verändert: Die Mitarbeitenden arbeiten heute flexibler. Richtigerweise hat die Work-Life-Balance heute einen anderen Stellenwert und beide Elternteile wollen für ihre Familie da sein. Auch Teilzeitarbeit ist angesagt. Das heisst, dass wir mehr Personen einstellen müssen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns als Arbeitgeberin gut positionieren und die Vorzüge der Stadt St.Gallen als Arbeitgeberin gegen aussen tragen.
