Was machst Du ehrenamtlich?
Ich habe vor gut fünf Jahren das Projekt «umgekehrter Adventskalender» ins Leben gerufen. Ich hatte in einer Zeitschrift gelesen, dass dies im Thurgau durchgeführt wird und dachte, es sei eine sinnvolle Sache und bin auf die Suche nach Partner gegangen. Die Caritas St. Gallen-Appenzell war bereit dazu mitzumachen und wir führen die Aktion nun zum sechsten Mal durch. Die Idee: Anstatt selber mehr zu erhalten, beschenken wir Menschen, welche weniger haben! Die Erfahrung zeigt, dass viele von uns immer mehr Sachen erhalten, auch wenn wir eigentlich schon genug haben. Beim umgekehrten Adventskalender packt man 24 Sachen in ein Paket, welches dann an Menschen, die am oder unter dem Existenzminimum leben, weitergegeben wird.
Warum ist Dir das wichtig?
Als ich die Aktion vor gut fünf Jahren ins Leben gerufen habe, hatte ich privat wieder mehr Zeit. Ich engagiere mich gerne für andere. Dass ich fest im Leben stehe und es mir gut geht, sehe ich nicht als Selbstverständlichkeit. Darum ist es für mich wichtig, dass ich meine Ressourcen weitergeben und mit meinen Fähigkeiten andere, weniger Privilegierte, unterstützen kann.
Was nimmst Du aus deinem Ehrenamt für deinen Berufsalltag mit?
Da ich in meinem Beruf auch mit Menschen zu tun habe, ist schwierig zu sagen, ob das Ehrenamt den Beruf beeinflusst oder umgekehrt. Was mir in den ersten Jahren der Durchführung des umgekehrten Adventskalenders einmal mehr bewusst wurde: Armut ist meist nicht sichtbar. Dies hat sicherlich mein Blick und meine Achtsamkeit im Beruf geschärft.
