Was machst Du ehrenamtlich?
Ehrenamtlich engagiere ich mich seit vielen Jahren bei den Klausgruppen St.Gallen. Rund um den 6. Dezember bin ich als Klaus unterwegs – zusammen mit einem «Schmutzli» und zwei Engeln. Wir besuchen Familien, alleinstehende Menschen und Personen, die es im Leben gerade nicht einfach haben. Besonders berührend sind für mich die Besuche in Institutionen wie dem Kinderspital.
Seit fünf Jahren bin ich zudem im Vorstand für die caritativen Besuche zuständig. Dort bin ich das Bindeglied zu Sozialen Diensten und privaten Organisationen, die mir Menschen melden, denen ein Klausbesuch eine Freude bereiten würde. Mir ist es wichtig, gerade diesen Personen in der Adventszeit ein Stück Wärme und Aufmerksamkeit zu schenken.
Warum ist Dir das wichtig?
Mir ist dieses Engagement wichtig, weil es eine wunderschöne, alte Tradition ist, die ich sehr wertvoll finde und es schade fände, wenn sie verloren ginge. Es berührt mich jedes Mal, wenn die Menschen – ob Kinder oder Erwachsene – Freude zeigen, wenn wir bei ihnen vorbeikommen. Bei einigen spüre ich deutlich, wie viel ihnen dieser Besuch bedeutet, gerade wenn ihr Leben im Moment aus irgendeinem Grund aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zu sehen, dass wir ihnen für einen Moment Wärme, Normalität und ein Lächeln schenken können, gibt mir enorm viel zurück.
Was nimmst Du aus deinem Ehrenamt für deinen Berufsalltag mit?
Jeder Besuch ist anders – man steht vor einer Tür und weiss nie genau, was einen dahinter erwartet. Diese Erfahrung zeigt mir immer wieder, wie wichtig es ist, dass wir in der Stadtverwaltung Anlaufstellen haben, die Menschen in unterschiedlichsten sozialen Situationen unterstützen. Auch wenn mein Ehrenamt inhaltlich wenig mit meinem Berufsalltag zu tun hat, nehme ich doch etwas mit: Das Bewusstsein dafür, wie unterschiedlich Lebenssituationen sein können, und wie wichtig ein offener, respektvoller Umgang mit Menschen ist. Diese Haltung begleitet mich auch im Beruf.
