Ausgabe 3-25 | September 2025
Social Media ist längst kein «Nice-to-have» mehr, sondern Teil unseres täglichen Lebens. Wir informieren uns dort, diskutieren, lachen, ärgern uns und bleiben in Kontakt. Auch als Stadt St.Gallen nutzen wir Social Media bewusst: um transparent zu sein, um zu erklären, was wir tun – und um zuzuhören, was die Menschen beschäftigt.
Social Media bewegt sich für mich im Spannungsfeld zwischen Pflicht und Chance. Pflicht, weil die Stadt St.Gallen heute gar nicht mehr daran vorbeikommt, dort präsent zu sein, wo viele Menschen ihre Informationen beziehen. Und Chance, weil diese Kanäle uns erlauben, direkter, schneller und persönlicher mit insbesondere jungen Menschen in Kontakt zu treten.
Als Stadträtin erlebe ich beide Seiten. Einerseits braucht es klare Regeln, verlässliche Informationen und viel Durchhaltevermögen, was Zeit beansprucht. Social Media ist mit Aufwand verbunden, und bei einem ohnehin vollen Terminkalender eine zusätzliche Herausforderung. Andererseits entstehen genau in diesem Raum wertvolle Begegnungen: Menschen melden sich mit Fragen, teilen ihre Sicht, geben Rückmeldungen.
Als Mutter sehe ich wie Kinder sich ganz selbstverständlich in dieser digitalen Welt bewegen. Sie erleben dort Zugehörigkeit und Kreativität, sind aber auch mit Risiken wie Cybermobbing oder der ständigen Verfügbarkeit konfrontiert. Hier tragen wir Verantwortung. Es braucht Begleitung, Orientierung und Orte, an denen ein bewusster Umgang mit Social Media gelernt werden kann. Deshalb freut es mich, dass dieses Thema auch an unseren Schulen fest verankert ist.
Social Media ist also Pflicht und Chance zugleich. Entscheidend ist, dass wir die digitale Kommunikation verantwortungsvoll nutzen – mit Respekt, mit Mut und mit der Bereitschaft zum echten Dialog.
Ich wünsche Ihnen ein anregende Lektüre des aktuellen Stadtspiegels.
Sonja Lüthi
Stadträtin Direktion Soziales und Sicherheit
Fokus: Social Media – mehr als nur Likes und Emojis
Social Media verändert, wie wir kommunizieren – als Stadtverwaltung, als Politikerinnen und Politiker und als Privatpersonen. In unserem Schwerpunkt zeigen wir, wie Social-Media-Profis, Lehrpersonen und auch der Stadtrat mit der digitalen Bühne umgehen: Wo sie Chancen sehen und wo sie Grenzen ziehen.
Persönlich: Über Grenzen hinweg
«Es ist nicht der kürzeste Weg». Wenn Stadtspiegel-Redaktorin Lisa-Marie Olbinski morgens ihr Büro in der westlichen Vorstadt betritt, hat sie bereits eine Landesgrenze überquert – per Schiff. Dass sie die tägliche Fahrt über den Bodensee auf sich nimmt, ist auch eine Liebeserklärung an ihre Heimat, die Bodenseeregion.
Zur Stelle, wenn's brennt
Christian Islers Händedruck ist legendär – wohl der festeste in der Stadtverwaltung. Ebenso tatkräftig ist er als Kommandant von Feuerwehr und Zivilschutz St.Gallen im Einsatz für die Stadtregion. Nach 35 Jahren geht er Ende Oktober in den Ruhestand. Im Abschiedsgespräch blickt er auf Gefreutes und Herausforderndes zurück und verrät, was seine Pläne für die Zukunft sind.
Als Nachrichten noch in Blei gegossen wurden
Verbinden, Werben und Informieren. Im Zeitalter von Social Media reisen Neuigkeiten und Bilder in Sekundenschnelle um die Welt und informieren Menschen zeitgleich über die neusten Geschehnisse. Bevor man über TikTok Newsclips nachschaute, sich via Facebook über die Hochzeit von Bekannten informierte oder via Twitter dem Streit zweier Politiker verfolgte, war es die Zeitung, die diesen Informationsdurst stillte.
