«Kunst im Tunnel»
Im Mühleggbahntunnel gibt es eine legale Graffitiplattform, deren Gestaltung einmal jährlich ausgeschrieben wird. Der Wettbewerb kann aufbauend zur Hall of Fame als Anreiz für junge Künstlerinnen und Künstler gesehen werden, sich in ihrer Kunstform weiterzuentwickeln. Der Standort Mühleggbahntunnel bietet sich für junge, regionale Talente an, um ihre Kunst auf einer öffentlichen Plattform einem breiten Publikum zu präsentieren.
Künstler:innen 2025:
Alexander Huwyler – Easy1
Das Konzept Hidden Treasures spielt mit der Faszination des Verborgenen, von dem was sich hinter der Wand, im Schatten des Lichts verbirgt. Der Tunnel wird zum Sinnbild einer geheimnisvollen Tiefe, einer Welt, die man nur ahnen kann. Vom unsichtbaren, das im Inneren schlummert. Zwischen den rauen Flächen funkeln Kristalle, die Spuren eines Schatzes, der im Gestein eingeschlossen liegt. Eine leuchtende Ader zieht sich durch den Graffiti-Schriftzug, verbindet das Urbane mit dem Organischen, das Menschengemachte mit dem Gewachsenen. Der Bezug kann auch zur Stadt St. Gallen gezogen werden, die in ihrem Innern zahlreiche verborgene Schätze birgt. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Rohheit und Schönheit, Dunkelheit und Glanz, Oberfläche und Tiefe. Hidden Treasures lädt dazu ein, genauer hinzusehen, und die verborgene Schönheit hinter der Wand zu entdecken.
IG: easyone_graffiti | www.easy1.ch
Martin Tiziani
Die beiden Ikonen der Stadt - der Gallus-Bär und die Mumie aus der Stiftsbibliothek - markieren ihr Revier. Beide entstammen alten Überlieferungen, Mythen und Erzählungen, tief verwurzelt in der Geschichte ihrer Heimat. In meinem Werk begegnen sie sich im klassischen Graffitistil - eine Hommage an ihre „Hometown“, durchzogen von Symbolen, Tags und Anspielungen auf ihre Herkunft und Wurzeln.
IG: martin.tiziani
petrahilber
Die Illustration zeigt eine Interpretation vom St.Galler Wappentier. Auf seinem Rücken liegt ein Mädchen, welches Geborgenheit und eine Ruhe ausstrahlt. Der Bär rennt durch die Blumen umgebene Landschaft, symbolisiert Bewegung und Stärke. Es ist ein Zusammenspiel von Mensch und Natur, Bewegung und Ruhe. Die Fahne, die das Mädchen in der Hand hält, sorgt für Frieden und Schutz. Der Bär rennt durch die Stadt St.Gallen, vorbei am Stiftsbezirk, durch das Tunnel hoch in die drei Weieren und sorgt für Frieden zwischen Menschen und zwischen Natur und Mensch.
IG: petra.hilber
Tonja
Mein Bild, güllens kinder, zeigt ein junges Mädchen mit einem Teddybären an der Leine. Ich fragte mich während des Gestaltungsprozesses oft, was ihr im eingefangenen Moment durch den Kopf ging. Was sind ihre Träume und Ziele? Ich habe dies bis heute noch nicht herausgefunden. Der Teddybär an der Leine signalisiert die kindliche Imagination und Spontanität, aber gleichzeitig steht er auch symbolisch für St. Gallen. Ich habe beobachtet, wie junge Menschen Fernweh haben und sich nach etwas Neuem und mehr Möglichkeiten sehnen. Vielleicht ändert sich ihre Perspektive vom Kind zum Bären. Auch wenn viele Kinder St. Gallens eines Tages wegziehen, bleiben ihre Wurzeln hier. Darauf kann man auch stolz sein.
Ropal
Mein Bild zeigt die Mühleggbahn wie sie aus dem Tunnel fährt sowie das Stadtwappen ebenfalls in passenden Farben zu den Bahnen die Letters.
IG: ropal175
Bewerbung
Die Bewerbungsfrist für das Jahr 2025 ist abgelaufen.
Alles, was du zum Mitmachen wissen musst
Teilnahmeberechtigt sind junge und etablierte Street-Art- und Graffiti-Künstlerinnen und -künstler aus St.Gallen und Umgebung. Die Bewerbung kann als Einzelperson oder auch als zusammenarbeitendes Kollektiv erfolgen. Das Preisgeld wird pro ausgewähltes Konzept vergeben und nicht pro Person. Die formellen Angaben sind durch die Bewerbenden selbst zu deklarieren. Falsche oder irreführende Angaben führen zum Ausschluss vom Verfahren. Die Teilnehmenden bestätigen mit der Anmeldung, dass sämtliche von ihnen präsentierte Werke von ihnen selbst geschaffen wurden.
Nur mit dem Einverständnis der Teilnehmenden werden ihre Namen und Kontaktangaben öffentlich gemacht. Durch die Teilnahme am Wettbewerb anerkennen die Teilnehmenden die Wettbewerbsbedingungen sowie die Entscheide der Jury.
Die Konzepte dürfen weder politische, drogenverherrlichende, sexistische, rassistische oder in sonstiger Form diskriminierende Inhalte aufweisen. Eingereichte Konzepte, die nicht dieser Norm entsprechen, werden nicht beachtet.
Halten die Teilnehmenden nicht an ihren eingereichten Konzepten fest, kann dies zum Ausschluss führen.
Besprayt werden können fünf Flächen in unterschiedlichen Formaten. Pro Fläche wird die Jury eine Person auswählen. Die Formate sind wie folgt:
- 5.00m x 1.65m -> Honorar: CHF 400
- 7.50m x 1.65m -> Honorar: CHF 900
- 7.50m x 1,45m -> Honorar: CHF 900
- 3.75m x 1.45m -> Honorar: CHF 400
- 5.00m x 1.60m -> Honorar: CHF 400
Die drei kleineren Panele sind für junge, aufstrebende Künstler:innen vorgesehen. Für die zwei grösseren können sich alle bewerben.
Gemalt wird auf Duripanelplatten, die mit Street-Art oder Graffiti bespielt werden sollen. Die Platten werden im Tunnel auf Sichthöhe befestigt und beleuchtet.
Im untenstehenden PDF sind die verschiedenen Formate im Überblick sowie eine etwas grössere Version der einzelnen Formate. Dort kannst du deine Visualisierung in das gewünschte Format einfügen und das Dokument der Bewerbung anhängen.
Der Jury ist es vorbehalten, aufgrund der eingereichten Arbeiten das passendste Format für die ausgewählten Künstler:innen auszuwählen.
Die Ausschreibung erfolgt öffentlich. Der Wettbewerb wird in einem einstufigen Konkurrenzverfahren durchgeführt. Auf Basis der Bewerbungsdossiers werden die fünf ansprechendsten Konzepte ausgewählt und die ausgewählten Bewerber:innen anschliessend kontaktiert.
Wer sich bewirbt, muss folgende Unterlagen einreichen:
- Ausgefülltes Bewerbungsformular
- Konzept mit Visualisierung der Idee für die Gestaltung der Platten im Tunnel (sollte Fragen wie "Was ist die Idee?" und "Was ist der Bezug des Konzepts zur Stadt, dem Tunnel oder etwas anderem?" beantworten)
- Ein bis zwei Fotos von Wänden und Graffitis, die du bereits realisiert hast.
Die Bewerbungsunterlagen müssen bis spätestens Sonntag, 26. Oktober 2025 eingereicht werden.
Die Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner findet Anfang November statt. Gemalt werden kann in der Kalenderwoche 46 (ab Montagabend, 10. November bis Donnerstagmorgen, 13. November). Zu dieser Zeit finden Revisionsarbeiten im Tunnel statt. Weil das Mühleggbähnli Testfahrten am Tag durchführt, müssen die Sprayarbeiten nach 17.00 Uhr durchgeführt werden. Der genaue Zeitpunkt für die Realisierung der eingereichten Projekte wird individuell mit den Künstlerinnen und Künstlern abgesprochen.
Die Vernissage findet am Donnerstagabend, 13. November 2025 statt. Künstlerinnen und Künstler werden ermutigt, dann vor Ort zu sein.
Die Aufwände für die Einreichung des Projektvorschlags werden nicht entschädigt. Die Gewinnerinnen und Gewinner erhalten ein Preisgeld von CHF 900 bzw. 400, zusätzlich werden die Materialkosten übernommen.
Die Beurteilung erfolgt durch die Jury aufgrund folgender Kriterien:
- Künstlerische Qualität des Beitrages (Idee, Konzept, Verständlichkeit, Sinngehalt, Fertigkeit)
- Bezug vom Konzept zur Umgebung
- Gesamtwirkung und Bereicherung für die Mühleggbahn und die Stadt St. Gallen
Die Jury besteht aus Vertretenden von:
- Offene Jugendarbeit Zentrum
- Kunstschaffende aus der Szene
- Vorstand Mühleggbahn
- Kulturförderung Stadt St. Gallen
- Person aus dem Stadtparlament
«Hall of Fame» in der Kreuzbleiche
Die Offene Jugendarbeit Zentrum hat im Kreuzbleiche-Areal eine temporäre Plattform für Street-Art und Graffiti realisiert. Damit kann ein langersehnter Wunsch vieler Sprayerinnen und Sprayer der Stadt und näheren Umgebung erfüllt werden.
Seit Mitte Juni 2020 können die Künstlerinnen und Künstler von Montag bis Samstag, 8 bis 22 Uhr und am Sonntag von 9 bis 21 Uhr ohne Voranmeldung auf einer 40 Meter langen Wand ihre Kunst aus der Spraydose verwirklichen. So entsteht eine lebendige Plattform, denn die Bilder dürfen immer wieder übersprayt werden. Mit einer Einschränkung: Das Werk sollte das Vorhergehende übertreffen, so lautet der Kodex der Szene.
Die Nutzung ist eingeschränkt, wenn Veranstalter den Platz belegen und ein Mindestabstand von 10 Metern zum nächstgelegen Fahrzeug/Objekt nicht eingehalten werden kann.
Temporäre Hall of Fame beim Schulhaus Riethüsli
Seit Mai 2025 dürfen Sprayende an der Rückseite des Schulhauses Riethüsli eine weitere Wand mit ihren Werken bereichern. Es gelten diesselben Regeln wie auf der Kreuzbleiche. Die Wand ist circa 20 Meter lang. Bilder dürfen stets übermalt werden.
Die Wand ist Teil des Schulareals. Deswegen bitten wir, die Regeln des Schulgeländes zu respektieren.
Direkt neben der Wand befindet sich ein Alu-Container, welcher speziell für Spraydosen eingerichtet wurde. Wir danken, die Dosen dort zu entsorgen und der restliche Abfall selbst zu entsorgen.
