Zu Raoul Dorés Arbeitswerkzeugen gehören Papier, Holz, Spiegel, Plattenspieler, Lichtquellen und schwarze Farbe. Damit konstruiert der Künstler bewegliche Bilder und Objekte und inszeniert analoge Schaustücke. Während bisher Papier, Licht und Schatten die Hauptdarsteller waren, hat der Künstler für die aktuelle Ausstellung eine neue Form von Geräten entworfen. Mit ihnen verwandelt er den Ausstellungsraum in einen Ertüchtigungsraum. Die Fitnessgeräte sind jedoch bereits besetzt, sie sind Gerät und trainierende Charaktere in Einem. Sie zappeln und ruckeln, sie zittern und rotieren. Diese intensiven, kaum zu fassenden Bewegungsabläufe finden ein Gegenüber in den Zeichnungen Raoul Dorés. Der Künstler zeichnet mit sicherem, schnellem Strich. Er zeichnet Körper und Körperteile in Bewegung, er zeigt Bewegungsabläufe und Wiederholungen bis hin zur nahezu vollständigen Auflösung der Körper in Geschwindigkeit. Plötzlich kann diese Energie abbrechen, Gliedmassen verharren dann in Verrenkung, bevor die Bewegung von Neuem einsetzt. Die Dynamik der Zeichnungen hat Raoul Doré in animierte Filmsequenzen übersetzt, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sind.
Raoul Doré (*1975) ist Bühnenbildner, Videokünstler und Grafiker, er lebt und arbeitet in St.Gallen. Er studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seine experimentellen Auftritte führten ihn unter anderem nach Hamburg, Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main, Zürich, Lausanne und Luzern. In St.Gallen war er unter anderem Artist in Residence im Pool und zeigte seine Performances beispielsweise im Geilen Block und im Palace und entwickelte eine Installation für den Hiltibold. Zudem arbeitet Raoul Doré im Bereich Kinder- und Jugendtheater. Er ist Mitglied der Gruppe Traummaschine Inc sowie des Teams der Kulturkosmonauten.
