Psychische Beeinträchtigungen unserer Klientinnen und Klienten: Wie gehen wir damit um?
2. Netzwerktreffen altersfreundliche Gallusstadt
In einer Zeit, in der die Anforderungen und der Bedarf an Versorgung und Begleitung im Alter steigen, braucht es mehr denn je Austausch, Zusammenarbeit und ein starkes Netzwerk. Das Netzwerk altersfreundliche Gallusstadt fördert Kontakt zwischen den einzelnen Organisationen und stärkt durch die koordinierte Zusammenarbeit die Lebensqualität älterer Menschen in der Stadt.
Zeit und Ort: Donnerstag, 19. März 2026, 8.30 bis 11.30 Uhr, Freudenbergsaal, 12. Stock Rathaus, Poststrasse 28, St.Gallen
Ablauf:
- 8.15 Kaffee und Gipfel
- 8.30 Begrüssung
- 8.40 Vorstellen Leitbild Netzwerk
- 8.50 Sounding Leitbild
- 9.20 Kurzinput I Psychische Beeinträchtigung, Mandy Stahl, Oberärztin, Ambulatorium Alters- und Neuropsychiatrie St.Gallen
- 9.40 Fragen
- 9.50 Pause
- 10.10 Kurzinput II Psychische Beeinträchtigung, Jessica Höring, Teamleiterin Psychiatrie, Spitex SG AG
- 10:30 Fragen
- 10.40 Diskussionsrunde Psychische Beeinträchtigung unserer Klientinnen und Klienten, Vertretungen Ärzteschaft, Heime und ambulante Dienste
- 11.10 Fragen/ Austausch
- 11:25 Varia und nächste Termine
- 11.30 Ende
Am 11. September 2025 wurde das «Netzwerk altersfreundliche Gallusstadt» lanciert. Vertreterinnen und Vertreter von rund 60 Organisationen aus dem Bereich Alter und Gesundheit nahmen am Anlass teil.
Stadträtin Sonja Lüthi, Direktion Sicherheit und Soziales, eröffnete den Anlass und betonte die Wichtigkeit, Kräfte zu bündeln, Synergien zu nutzen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Mit dem neuen Netzwerk sollen bestehende Angebote besser koordiniert und Lösungen für gemeinsame Herausforderungen erarbeitet werden. Die Vernetzung der Fachorganisationen soll dazu führen, dass die Bevölkerung besser orientiert wird.
Sinn und Zweck des Netzwerks, gemeinsame Herausforderungen und die Eckdaten für künftige Netzwerkanlässe wurden gemeinsam besprochen.
Das Netzwerk steht allen interessierten Organisationen offen, die in der Stadt St.Gallen tätig sind.
Das kantonale Sozialhilfegesetz sieht vor, dass Gemeinden periodisch den prognostizierten Bedarf an Unterstützungsleistungen für die Betreuung und Pflege von betagten Menschen mit den dafür notwendigen Angeboten abgleichen und wenn nötig Massnahmen ergreifen. Die Stadt St.Gallen erfüllt mit der neu vorliegenden Angebotsplanung Alter 2025 – 2035 diesen Auftrag und zeigt darin auf, wo Handlungsbedarf besteht. Die Angebotsplanung zeigt unter anderem, dass für eine den Heimen vorgelagerte Versorgung Bemühungen zur Ambulantisierung - also zur Verlagerung von medizinischen oder pflegerischen Behandlungen aus dem stationären Bereich in den ambulanten Bereich – notwendig sind.
Betreuungsangebote, die im angestammten zu Hause in Anspruch genommen werden, sollten besser verfügbar und erschwinglicher sein. Um sich diesem Ziel anzunähern, fand im Mai 2022 das Stadtgespräch der Paul Schiller Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stadt St.Gallen zur guten Betreuung im Alter statt. 50 Fachpersonen und Parlamentarierinnen und Parlamentarier unterschiedlicher Parteien eruierten, wie gross die Angebotslücken sind und welche Lösungsansätze es gibt. Stadträtin Sonja Lüthi reflektierte das Stadtgespräch und Aspekte davon im Nachgang.
Im Januar 2023 wurde zusammen mit Leistungserbringenden der Stadt St.Gallen die Angebote im Bereich Betreuung ausgelegt und Angebotslücken und Doppelspurigkeiten eruiert. Im Jahr 2025 wurde vor dem Hintergrund der Vorarbeiten die Grundlagen erarbeitet für eine Finanzierungsmodell Betreuung zu Hause. Stadtrat und -parlamente entscheiden Ende 2025 über die Umsetzung eines Pilotprojektes.
Mit der Strategie «Alter und Gesundheit 2030» stellt der Stadtrat wichtige Weichen. Grundsätze wie «Befähigen, Ressourcen nutzen, den Nahraum stärken» prägen die Ziele und Massnahmen der Strategie. Damit sollen in der Stadt St.Gallen ältere Menschen auch zukünftig ein zeitgemässes Angebot vorfinden, das ihrem Bedarf und ihren Bedürfnissen entspricht.
Einerseits richtet sich die verabschiedete Strategie mit Massnahmen an ältere Menschen in der Stadt St.Gallen, sowohl im gesunden Rentenalter als auch im hohen Alter mit zunehmenden Gebrechen. Andererseits sind in vielen Zielen und Massnahmen implizit auch andere gesellschaftliche Gruppen, wie beispielsweise jung- und frühbetroffene Menschen mit Demenz oder Menschen mit Beeinträchtigung, berücksichtigt.
Die Altersstrategie baut auf dem vorgängig erarbeiteten Grundlagenbericht auf. Dieser Bericht nimmt Bezug auf die städtische Alterspolitik und vermittelt sowohl ein quantitatives wie auch ein qualitatives Bild der älteren Bevölkerung. Der Bericht zeigt, dass heute der Bevölkerung ein breites und hochwertiges Angebot an Beratungs- und Dienstleistungen zur Verfügung steht.
Ein besonderes Augenmerk wurde in der Strategieentwicklung auf Partizipation von den älteren Menschen gelegt. Unter breitem Einbezug der Bevölkerung und Fachpersonen wurden, aufbauend auf dem bestehenden Angebot, zu fünf Handlungsfeldern Ziele formuliert und entsprechende Massnahmen ausgearbeitet.
Gesellschaftliche Entwicklung
Die Gruppe der älteren Menschen wird künftig heterogener sein, was ihre gesundheitliche, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Situation angeht. Des Weiteren stehen heute weniger ihre Defizite und ihr Unterstützungsbedarf im Vordergrund. Im Fokus steht vielmehr die Frage, wie sie unterstützt und befähigt werden können, ihre Kompetenzen und Ressourcen möglichst lange zu erhalten und einzusetzen. Ziel ist der Erhalt einer hohen Lebensqualität. Viele ältere Menschen haben das Bedürfnis, möglichst lange im angestammten Lebensumfeld zu verbleiben. Dies erfordert einen Ausbau der Dienstleistungen im ambulanten Bereich sowie eine Erweiterung des Angebots an Alterswohnungen und Betreutem Wohnen. Daher gewinnen integrierte Versorgungsmodelle an Bedeutung: Ambulante und stationäre Pflege und weitere Dienstleistungen für ältere Menschen dürften künftig immer stärker vernetzt sein.
Themenbereiche, Handlungsfelder und Querschnittsthemen
Die Strategie hat fünf Handlungsfelder, die auf dem WHO-Konzept für altersfreundliche Städte basieren, sowie fünf Querschnittsthemen. Entlang der fünf Handlungsfelder Wohnen, Mobilität und öffentlicher Raum, soziale Integration und Partizipation, Information und Beratung sowie Pflege und Betreuung wird aufgezeigt, welche Dienstleistungen und Angebote der älteren Bevölkerung zur Verfügung stehen. Die Querschnittsthemen Digitalisierung, Stärkung des Nahraums, Demenz, Migration und Altersarmut stellen sicher, dass auch besondere Anspruchsgruppen mitberücksichtigt und auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Massnahmen formuliert sind.
Ziele und Teilziele nach Handlungsfeldern
Die nachstehende Abbildung zeigt die Ziele und Teilziele, die innerhalb der Strategie in den einzelnen Handlungsfeldern skizziert werden. Die Ziele und Massnahmen schliessen neben den älteren, auch jüngere Menschen mit dementiellen Beeinträchtigungen ein (siehe Grafik unten).
Massnahmenplanung 2021 - 2030
Anhand der Ziele wurden zu jedem Handlungsfeld Massnahmen definiert und zugeordnet, welche je nach Priorität verfolgt und umgesetzt werden sollen. Den ausführlichen Massnahmenplan finden Sie in der Strategie «Alter und Gesundheit 2030». Nachfolgend drei Beispiele daraus:
- Ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden setzt voraus, dass genügend Alterswohnungen und Wohnraum für Betreutes Wohnen zur Verfügung steht. Eine Studie soll den Handlungsbedarf aufzeigen.
- Im Rahmen eines Pilotprojekts werden Strukturen geschaffen, um selbstorganisierte generationenübergreifende Nachbarschaftshilfe zu ermöglichen.
- Im Bereich der temporären Betreuungsangebote soll einerseits der Bedarf verschiedener Anspruchsgruppen und andererseits die Bezahlbarkeit der Angebote geprüft werden.
