Das Landwirtschaftskonzept 2020 der Politischen Gemeinde und der Ortsbürgergemeinde St.Gallen gibt einem Überblick über die städtische Landwirtschaft. Insgesamt haben rund 40 Landwirtschaftsbetriebe ihr Betriebszentrum und den überwiegenden Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche auf dem Gebiet der Stadt St.Gallen. Das Konzept macht Aussagen zu Bewirtschaftungsformen, Betriebsstrukturen, Öffentlichkeitsarbeit, Ökologie und Landschaft.
Stadtgrün unterstützt eine ökologische, landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen. Gerne beraten wir die landwirtschaftlichen Betriebe in der Bewirtschaftung und Aufwertung der Flächen, durch Pflanzung von Hecken, die Anlage von Blumenwiesen, die Artenförderung von spezifischen Vogelarten und Fledermäusen etc. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf.
Unten finden Sie eine aktuelle Auswahl von Projekten und Massnahmen zur Förderung der Biodiversität und der Artenförderung im Bereich der Landwirtschaft in der Stadt St.Gallen:
Artenförderung Gartenrotschwanz in Hochstammobstgärten
Der Gartenrotschwanz gilt als typische Vogelart von ausgedehnten Hochstammobstgärten. Aber auch andere extensive, vielseitige Lebensräume wie Parks, Friedhöfe, Gartenanlagen, Rebberge oder lichten Wälder werden besiedelt. Im Lebensraum ist er auf ein hohes Insektenangebot als Nahrung und Nisthöhlen als Brutplatz angewiesen.
Auf Gemeindegebiet der Stadt St.Gallen ist er mittlerweile ein äusserst seltener Brutvogel. Ein einziger Nachweis konnte im Bruggenquartier vor einigen Jahren noch erbracht werden.
Im Rahmen der Artenförderung werden Nistkästen verschiedener Modelle und Lebensraumaufwertungen unterstützt.
Weitere Informationen:
Ökologische Aufwertung Schaugentobel
In einer extensiven Weide wurden zwei Gehölzinseln mit dornentragenden Sträuchern erstellt, zur Förderung heckenbrütender Vogelarten wie dem Neuntöter. Zusätzlich wurde das Gewässerufer des Rietbachs beidseits mit einheimischen, standortgerechten Sträuchern und Bäumen bepflanzt.
Die Massnahmen fördern einerseits die Biodiversität, anderseits die Weide- und Uferstabilität durch Durchwurzelung des Bodens.
Ökologische Aufwertung Kinderfestwiese
Im Rahmen des 200-Jahre Kinderfest Jubiläums wurden auf der Kinderfestwiese 29 Hochstamm-Obstbäume gepflanzt. Die Sortenauswahl erfolgte zusammen mit den Pächtern, wobei Tafel- und Mostobstsorten gepflanzt wurden.
Ökologische Aufwertung Untergädmen
Auf Initiative der Grundeigentümerschaft wurden im Gebiet Untergädmen verschiedene Aufwertungen der Naturwiesen in Zusammenarbeit mit Stadtgrün umgesetzt. Es wurden zwei Einzelbäume, 5 Hochstammobstbäume und eine 130 m lange, 3-reihige Hecke gepflanzt. Zudem wurden zur Hangstabilisierung in Geländesenken Weideninseln angelegt.
Weiter befindet sich in Untergädmen ein Flachmoor von lokaler Bedeutung. Um dieses aufzuwerten, wird seit 2023 ein Konzept umgesetzt, welches mittels gezielten Pflegeeingriffen (insbesondere Durchforstung und Frühschnitte) die Artenvielfalt erhöhen soll.
Artenförderung Fledermäuse in Hochstammobstgärten
Zur Förderung des Braunen Langohrs wurden im Frühjahr 2024 rund 60 Nisthilfen für Fledermäuse in vier Hochstammobstgärten montiert.
Das Braune Langohr ist eine in der Schweiz gefährdete Fledermausart mit sehr hoher nationaler Priorität. Die Art bewohnt im Sommer Dachstöcke, Baumhöhlen und Fledermauskästen in Hochstammobstgärten. In ihren Wochenstuben ziehen die Weibchen in Kolonien ihre Jungen auf. Für die Nahrungssuche sind sie auf Flugkorridore und Jagdlebensräume ohne Lichtverschmutzung angewiesen – ausladende Baumkronen, Waldränder, Parks und Obstgärten.
In den Obstgärten wird ein jährliches Monitoring durchgeführt und die Nistkästen gereinigt. Bereits im ersten Jahr konnten in einzelnen Nistkästen Fledermäuse nachgewiesen werden, wie die Kleinen Abendsegler auf dem Bild. Dies ist eine migrierende Art, welche die Nisthilfen gerne im Herbst nutzt.
Die landwirtschaftlichen Vernetzungsprojekte haben zum Ziel, die natürliche Artenvielfalt auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu erhalten und zu fördern. Dafür sollen Biodiversitätsförderflächen (BFF) so platziert werden, dass günstige Bedingungen für die Entwicklung und Verbreitung von Tieren und Pflanzen entstehen. Die landschaftstypische Lebensraumvielfalt und die Vernetzung der Lebensräume werden gezielt gefördert. Die Massnahmen eines Vernetzungsprojektes müssen auf lokal vorkommende Ziel- und Leitarten abgestimmt sein.
Die St.Galler Landwirte sind in vier Vernetzungsprojekten, «St.Gallen Süd», «Schaugentobel», «zwischen Sitter-Goldach» und «Gossau-Andwil-Gaiserwald» organisiert. Diese sind – je nach Projekt – Gemeinde- oder Kantonsübergreifend. Die Projektperimeter sind auf dem Geoportal ersichtlich
In der Stadt St.Gallen finden im Herbst zwei traditionelle Gemeindeviehschauen statt. Die Viehzuchtgenossenschaft St.Gallen führt ihre Schau im Schlössli durch, die Viehzuchtgenossenschaft St.Georgen beim Skilift Beckenhalde. Basierend auf der Landwirtschaftsverordnung des Kantons St.Gallen unterstützt Stadtgrün die beiden Anlässe finanziell und personell.
