In den Städten der Schweiz ist der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich hoch. Während sich die Stadt St.Gallen im Städtevergleich mit rund 52 Prozent im unteren Mittelfeld bewegt, liegt der Bevölkerungsanteil von Personen mit Migrationshintergrund in der Stadt gegenüber dem Kanton St.Gallen um rund 12 Prozentpunkte höher. Die Gründe für den höheren Anteil an Zugewanderten in den städtischen Gebieten mögen divers sein. Sicherlich spielen aber auch die vielfältigeren Beschäftigungsmöglichkeiten hierfür eine wichtige Rolle (z.B. der Sitz von internationalen Organisationen oder international agierenden Grosskonzerne). Ebenso schafft die Nähe innerhalb städtischer Quartiere günstigere Bedingungen für die Kontakte und Netzwerke innerhalb der jeweiligen Zuwanderergruppen.
Der Erwerb des Schweizer Bürgerrechts führt nicht automatisch zu Chancengleichheit und das Phänomen der Zuwanderung lässt sich nicht mehr nur anhand des Kriteriums Staatsangehörigkeit messen. Deshalb wird mittlerweile für die Beschreibung der Realität der zugewanderten Bevölkerung der Begriff der "Bevölkerung mit Migrationshintergrund" verwendet. Er ersetzt zunehmend die allzu reduzierende Unterscheidung zwischen in- und ausländischen Staatsangehörigen, da er nicht nur auf dem Prinzip der Staatsbürgerschaft beruht, sondern die Migrationserfahrung einer Person und ihrer Eltern berücksichtigt. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist heterogen und setzt sich aus im Inland geborenen oder seit unterschiedlich langer Zeit in der Schweiz lebenden Personen zusammen und hat deshalb auch nicht die gleichen Integrationsbedürfnisse.
Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund berechnet sich als Anzahl der Personen mit Migrationshintergrund innerhalb der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren zur gesamten ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren. Kinder unter 15 Jahren sind damit hier nicht berücksichtigt. Die Typologie der Bevölkerung nach Migrationsstatus basiert auf den Informationen zur Staatsangehörigkeit, dem Geburtsort der betroffenen Person und dem Geburtsland des Vaters bzw. der Mutter. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund umfasst damit alle Ausländerinnen und Ausländer, die eingebürgerten Schweizerinnen und Schweizer der ersten und zweiten Generation (d.h. die im Ausland Geborenen bzw. die in der Schweiz Geborenen mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil) sowie die gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit zwei im Ausland geborenen Eltern. Den grössten Teil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund machen aktuell Erstmigranten aus, d.h. Ausländerinnen und Ausländer, die selbst im Ausland geboren sind.
Die Schweizerische Strukturerhebung findet bei einer Stichprobe der Personen der ständigen Wohnbevölkerung statt, die mindestens 15 Jahre alt sind und in Privathaushalten leben. Die Stichprobe umfasst schweizweit mindestens 200'000 Personen. Ein Teil der Kantone finanziert eine Erhöhung der Stichprobe auf ihrem Gebiet, wovon der Kanton St.Gallen bisher jedoch noch keinen Gebrauch gemacht hat. Es werden Ergebnisse auf Ebene Personen wie auch Privathaushalten produziert. Die Ergebnisse sind Hochrechnungen auf die Gesamtbevölkerung. Diese unterliegen einem Stichprobenfehler und sind deshalb als Schätzungen zu interpretieren. Der Stichprobenfehler der Schätzwerte wird in der Regel durch Vertrauensintervalle auf Basis einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent ausgewiesen. Beispiel: Schätzwert Merkmal X = 67 Prozent der Bevölkerung mit einem Vertrauensintervall von +/- 2: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent liegt der wahre Anteil von Merkmal X zwischen 65 und 69 Prozent.
Nächste Aktualisierung bis spätestens: 30.04.2026
