Nicht ganz so alt ist der heutige Name «Portnerhof». Dieser ist eine neue Wortkreation der letzten Sanierung von 1980, wo das ursprünglich zum Haus «zur Rose» gehörende Hofgebäude als Dépendance des gegenüberliegenden, heute nicht mehr existierenden Hotels «Im Portner» umgenutzt wurde.
Als eines der wenigen Altstadthäuser hat es über all die Jahrhunderte seinen Sichtriegel unverputzt erhalten können. Dies dürfte sicher mit ein Grund sein, dass das Fachwerk in einem erfreulich guten Zustand erhalten ist. Es hat wohl einige Male seine Farbe gewechselt – mal Ochsenblut-Rot, mal Graugrün – seine präzisen und dekorativen Konstruktions- sowie Ausführungsdetails könnten aber noch heute die entsprechenden Lehrbücher illustrieren.
Es galt bei der abgeschlossenen Fassadenrenovation nun, diesem exemplarischen Fachwerk grösste restauratorische Beachtung zu schenken. Wo immer möglich, wurden nur die losen Farbpartikel abgeschliffen und kleine gefährdete Risse mit Ölkitt geschlossen. Stark verfaulte Stellen, die vor allem im Bereich der Balken- und Riegelverbindungen auftraten, wurden mit einem Passstück repariert, welches mittels rostfreien Schrauben mit dem gesunden Holz verbunden ist.
Obwohl die Befunde eine ursprünglich rotbraune Riegelfassung belegen, entschied man sich wieder die Farbstimmung von 1980 zu übernehmen. Ein Farbwechsel hätte auch eine heikle Änderung der Fensterfarbe nach sich gezogen. Abgesehen von einigen Kittungen sind diese nämlich nach 40 Jahren noch in einem überraschend guten Zustand und mussten lediglich gerichtet und gestrichen werden.
