Es ist wohl der Abneigung unserer Vorgänger-Generationen gegenüber dieser Bauepoche anzulasten, dass die Schutzengelkapelle in mehreren Sanierungsetappen ihren einst repräsentativen architektonischen Ausdruck verloren hat. Dabei wurden nicht nur verschiedene bedeutende Architekturelemente entfernt, sondern auch sogenannte moderne und dauerhafte Sanierungsmethoden angewandt. Beide Fakten bildeten nun, neben einer barrierefreien Erschliessung, den Schwerpunkt der kürzlich erfolgreich abgeschlossenen Fassadenrenovation.
Durch die Rekonstruktion wichtiger Architekturelemente und die farbliche Einpassung in die Gesamtanlage wird der besonderen Bedeutung der Kapelle im UNESCO-Welterbe-Perimeter sowie am Eingang zum Klosterhof wieder vermehrt Rechnung getragen. So vervollständigt die wieder applizierte Bandrustika im Erdgeschoss das nördliche Platzbild des Klosterhofs. Das rekonstruierte Relief im Tympanon über dem Haupteingang rundet seinerseits die klassizistische Fassade ab. Für den barrierefreien Zugang konnte eine frühere Mauernische im Innenhof verwendet werden, so dass sich der Subtanzverlust und die Beeinträchtigung der Fassaden und des Innenraums in vertretbaren Grenzen hält. Die grössten Aufwendungen erfolgten für die Sanierung des Aussenverputzes. Teilweise musste dieser bis auf das Mauerwerk abgetragen und neu aufgebaut werden.
