Damit wurde auch der Grundstein für das ehemalige «Verwaltungszentrum» des Fürstabtes in St.Fiden gelegt. Inwieweit Reste des spätmittelalterlichen Gerichtsgebäudes im heutigen Gasthaus erhalten sind, konnte bis anhin noch nicht untersucht werden.
Wie verschiedene Abbildungen zeigen, hat sich das Erscheinungsbild des Hirschens in den letzten 200 Jahren aber mehrfach verändert und dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst. Die letzte grosse Renovation dürfte aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammen und ist mit den vorhandenen Stil- und Architekturelementen nicht besonders zimperlich umgegangen. So zeigen sich die Fassaden heute in einer etwas nüchternen und sachlichen Ausführung. Trotzdem nehmen sie, auch wegen der guten Proportionen und der Lage im Zentrum des historischen Dorfkerns von Tablat, für das Ortsbild eine wichtige Funktion ein.
Die nun abgeschlossene Renovation umfasste im Wesentlichen eine Sanierung der Oberflächen und die Erneuerung der Fenster sowie des Fassadenanstrichs. Eine Rekonstruktion eines barocken oder klassizistischen Erscheinungsbilds stand auch mangels eindeutiger Befunde nicht zur Diskussion. Es wurde jedoch bei der Farbgebung auf eine der Architektur und dem Ortsbild gerechte Fassung geachtet und vom Bestand leicht abgewichen. Nicht umsonst gehört «Pflege» zum Wortstamm der denkmalpflegerischen Tätigkeit. Sie umfasst nicht nur die historische Bausubstanz, sondern auch die sorgfältige Weiterführung der Bau- und Architekturgeschichte.
