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Denkmalpflege

13. Mai 2020, 17:45 Uhr | Bereich Denkmalpflege

Multergasse 31 – Fassadenrenovation am «Marmorhaus»

In diesem mit einer reichhaltigen Aedikula-Architektur ausgestatteten Altstadthaus begann die Erfolgsgeschichte eines der bekanntesten St.Galler Unternehmens. 1859 liess sich der aus Aquila im Bleniotal stammende Chocolatier Ludovico «Aquilino» Maestrani an der Multergasse nieder und beauftragte um 1880 den Architekten Arnold Schmid mit der Planung für einen Neubau. Schmid, der sich als natur- und geschichtsverbundener Architekt in St.Gallen einen Namen schaffte, konnte das Geschäfts- und Wohnhaus zusammen mit dem Haus Multergasse 35 realisieren.

Schäden an der Fassade der Multergasse 31

Heute zeigen sich die 1883 fertig gestellten Gebäude in unterschiedlichen Kleidern. Trotz den jeweils modern umgestalteten Ladenzonen sowie einer uneinheitlichen Fassadenfarbe bleibt der architektonische Eindruck erhalten. Dies sicher auch dank den vielen dekorativen Architekturelementen, die noch in einem hohen Grad vorhanden sind und das klassizistische Fassadenkleid üppig ausstatten. Aquilino Maestrani erlebte die Fertigstellung seines mit grossem Stolz angekündigten Neubaus leider nicht mehr. Seine drei Söhne führten das Unternehmen erfolgreich weiter und verlagerten 1884 die Fabrikation in eine ehemalige Spinnerei in St.Georgen. Kurze Zeit später gaben sie auch das Verkaufslokal in der Altstadt auf.

Die im Spätherbst 2019 abgeschlossene Fassadenrenovation umfasste eine umfangreiche Instandstellung der reichhaltig verzierten Fassade. Die Backsteinpartien und hauptsächlich die Natursteinelemente zeigten ein beachtliches Schadensbild, welches weitgehend durch unsachgemässe Farbaufträge, schadhafte Dachabläufe oder mechanische Zerstörungen hervorgerufen wurde. Im Gegensatz dazu waren die noch aus der Bauzeit stammenden Kastenfenster, dank einem kontinuierlichen Unterhalt, in einem erfreulich guten Zustand. Die nun restaurierten Fenster dürften mittlerweile zu den ältesten in der Altstadt gehören.

 
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