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Denkmalpflege

27. Oktober 2020, 10:37 Uhr | Bereich Denkmalpflege

Hinterlauben 4: Haus «Zum Papagei» – Sanierung der Stuckdecke im 2. Obergeschoss

Leider ist über den Meister dieser einmaligen Stuckdecke im zweiten Obergeschoss des «Papagei» nichts bekannt. Die hohe Qualität der Stuckaturen und die grosse Vielfalt in den Darstellungen lassen aber eine versierte und geschulte Hand erkennen. Es ist darum nicht auszuschliessen, dass es sich dabei um jene eines damals im nahen Stiftsbezirk engagierten Meisters handelt.

Stuckdecke an der Hinterlauben 4

Entstanden ist diese im Rokoko-Stil gehaltene Decke wohl zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Stuckdekor zeigt in äusserst filigranen Darstellungen Rocaillen, Blumenranken, Obstgehänge, Vögel und in den Kartuschen der Ecken Embleme der Jagd- und Kriegskunst. Als Auftraggeber ist der Kaufmann und Musselin-Händler Vonwiller anzunehmen, der in jener Zeit diese Liegenschaft besass.

Auslöser dieser Restaurierung war ein Ausbruch der Kartusche in der Nordwest-Ecke auf einer Grösse von rund 80 x 80 cm. Leider wurde diese dabei vollständig zerstört und es rächte sich, dass diese wertvolle Decke nicht genügend dokumentiert war. Weiter musste man feststellen, dass der Gipsplafond an einigen Stellen keine Verbindung mehr mit der Trägerlattung hatte und der Verlust weiterer Teile zu befürchten war. Die Ursache für den Bauschaden ist im Nachhinein schwierig festzustellen. Die diversen, zum Teil dicken Farbaufträge dürften aber mit eine Rolle gespielt haben. So entschied man sich, nachdem der Gips Plafond wieder fest mit der Trägerlattung verbunden war, die diversen Farbschichten abzulaugen und durch einen leichten und offenporigen Farbanstrich zu ersetzen. Zur Vervollständigung des Deckenbilds wurde für die fehlende Kartusche ein Abguss des Sujet der Südwest-Ecke erstellt.

 
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