Zuerst besprachen wir gemeinsam mit den Schüler/innen, was für Personen/Tiere und Gegenstände im Zirkus vorkommen. Anschliessend zeigten wir ein paar Bilder aus Büchern und aus dem Internet. Dann fingen sie gleich fleissig an, zum Thema Zirkus zu zeichnen. Es wurde mit Bleistift vorgezeichnet und dann mit schwarzem Fineliner nachgefahren. Der Kontrast ist sehr wichtig um ein gutes Design zu erstellen. Waren sie fertig mit der Zeichnung, wurde das Bild eingescannt und dann durften sie es noch ausmalen.
In den Herbstferien wurden dann aus den knapp 300 Zeichnungen, einige ausgewählt und am Laptop zu einem digitalen Design zusammengestellt. Zuerst war die Idee nur ein einziges Design zu machen, schlussendlich entstanden dann aber vier, für jede Stufe eines.
Der nächste Schritt war die Rahmenerstellung. Ein Siebdruckrahmen ist wie der Name schon sagt ein Rahmen, der mit ganz feinen Fäden besponnen ist. In einer Dunkelkammer (ein Raum ohne Licht) wird der Rahmen dann mit einer speziellen Paste beschmiert, die sofort hart wird, wenn UV-Licht darauffällt. Den Rahmen lässt man dann im Dunkeln für zwei Stunden trocknen. In der Zwischenzeit druckt man das fertige Design auf eine Klarsichtfolie.
Sobald der Rahmen trocken ist, klebt man die Folie drauf und schaltet das Licht ein. Im Atelier haben wir eine 400 Watt Lampe, nach 10 Minuten ist die Paste steinhart. Der Trick hier jedoch ist, dass das Licht nicht durch die schwarzen Stellen des Designs fallen kann. Das bedeutet, dass alles unter der schwarzen Farbe nicht aushärten kann. Die Folie wird dann vom Rahmen entfernt und schnellstmöglich wird der Rahmen in einem Waschbecken mit einem Hochdruckreiniger ausgewaschen, die weiche Paste wird weggespült, alles Harte bleibt.
Das Endergebnis sieht dann so aus wie im Bild ersichtlich ist.
Beim ersten Versuch sind mir die Rahmen missglückt, zu viel Paste wurde ausgewaschen und man konnte kein Design mehr erkennen. Beim zweiten Versuch ging dann alles gut. Die Rahmen wanderten dann nochmals unter die 400 Wattlampe für eine halbe Stunde. Dies ist wichtig damit sie vollständig aushärten und später nicht nach wenigen T-Shirts, bereits spröde werden.
Mit dem Lehrerteam wurde dann abgemacht, dass ich eine Woche lang mit den Kindern die T-Shirts drucken darf. In jeder Handarbeit- und Werkstunde sollten sie in Dreiergrüpplein vorbeikommen. In einem kleinen Nebenraum wurde alles für den Druck vorbereitet; Die Rahmenhalterung und Druckplatte, der Flashtrockner (zur Hitzefixierung der Farbe), die schwarze Farbe, viele weitere kleine Accessoires und zu guter Letzt noch das Wichtigste, die 300 gelben T- Shirts.
Cyrill Strübi, Zivildienstleistender
