Naturnahe Gärten und Balkone laden zum Entspannen und Geniessen ein und lassen einem die Natur direkt vor der eigenen Haustüre erleben. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Biodiversität in der eigenen Wohnumgebung zu fördern. Die folgenden Informationen und Tipps helfen dabei, wertvolle Lebensräume für diverse Tier- und Pflanzenarten zu schaffen.
Einheimische Pflanzen aus der Region eigenen sich für die Förderung der Biodiversität besonders gut, da unsere einheimische Fauna perfekt auf diese Pflanzen angepasst ist. Diese Pflanzen sind meistens auch robuster und pflegeleichter. Ausserdem versamen sie sich auch noch selbst. Auf der Grünen Liste für die Stadt St.Gallen finden Sie sämtliche Pflanzen, welche für die Region empfohlen werden. Auch die kostenlosen Web-Anwendungen Bee-Finder neues Fenster und Pflanzenfinder neues Fenster helfen Ihnen, die für Ihren Standort passenden Pflanzen zu finden. Weitere Informationen und Empfehlungen zu einheimischen Pflanzen sind bei den untenstehenden Links aufgeführt.
Einheimische Pflanzen zu kaufen, stellt oftmals eine Herausforderung dar. Denn in den üblichen Baumärkten finden sich oftmals exotische, gezüchtete Zierpflanzen in den Verkaufsständen. Um einheimisches – und möglichst lokales – Pflanzgut zu erhalten, braucht es die passenden Bezugsquellen. Hierzu finden Sie unten eine nicht abschliessende Liste mit Bezugsquellen.
Mit einheimischen Pflanzen in Töpfen kann sogar auf dem kleinsten Balkon oder Fenstersims die Biodiversität gefördert werden. Eine diverse Bepflanzung bietet verschiedenen Insekten Nahrung und dient als wichtiger Trittstein zur Vernetzung von Lebensräumen. Um möglichst viele Insekten zu fördern, sollte bei der Bepflanzung deshalb darauf geachtet werden, dass vom Frühjahr bis in den Spätherbst stets etwas blüht. Folgende Links führen zu weiteren Informationen und Ideen für die Förderung der Biodiversität auf dem Balkon:
Artenreiche Wiesen können über 60 verschiedene Pflanzenarten enthalten. Die Pflanzen- und Strukturvielfalt einer Wiese bietet zahlreichen Tieren Lebensräume und Nahrungsangebote. Bei einem geeigneten Untergrund und der passenden Pflege kann sich in einer Wiese mit etwas Geduld eine grosse Artenvielfalt entwickeln. Grundsätzlich gilt: Je nährstoffärmer, trockener und besonnter die Fläche ist, desto vielfältiger wird eine Wiese. Auch Rasenflächen im Garten können ein Potenzial für die Weiterentwicklung zur Wiese haben. Besonders an Stellen, die nicht häufig betreten und wenig genutzt werden, macht es Sinn, den Rasen zu einer Wiese umzuwandeln. Rasenflächen sind ökologisch wenig wertvoll und ihre Pflege ist aufwändig. Eine Wiese hingegen muss viel weniger gemäht werden und bietet wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Für eine Neuanlage ist eine Beratung bezüglich Standorts und Saatguts zu empfehlen. Folgende Links führen zu weiteren Informationen und Ideen für die Schaffung einer Blumenwiese:
Nährstoffarme und gekieste Bereiche sind Lebensräume spezialisierter, lichtbedürftiger und schnellwachsender Pflanzen. An stark besonnten Standorten kann sich auf steinigen, offenen Böden eine grosse Artenvielfalt entwickeln und viele Insekten profitieren von den Pflanzen und Strukturen auf Ruderalflächen. In der freien Natur sind solche Flächen sehr selten geworden. Im Siedlungsgebiet werden sie zunehmend als Gestaltungselement in Wohnsiedlungen oder Gewerbegebieten angelegt und leisten so einen grossen Beitrag an die Biodiversitätsförderung. Wenn Sie ebenfalls eine Ruderfläche anlegen möchten, finden Sie unter folgenden Links Informationen und Anleitungen:
Krautsäume sind hochwüchsige, krautige Vegetationsstrukturen entlang von Strassen, Wegen, Mauern, Zäunen und Hecken. Sie sind wichtige Vernetzungskorridore, da Kleintiere durch sie geschützt von einem Lebensraum zum Nächsten gelangen. Krautsäume entstehen im Garten dann, wenn in Randbereichen Unordnung zugelassen wird, indem die Pflanzen nur selten zurückgeschnitten werden. Informationen dazu, wie im Garten Krautsäume geschaffen werden können, finden sie unter folgenden Links:
Hecken werden im Siedlungsraum häufig als Sichtschutz oder zur Raumtrennung angelegt. Oft bestehen diese Hecken aus einer einzigen, teilweise nicht einheimischen Gehölzart und werden regelmässig in Form geschnitten. Solche Hecken haben einen geringen ökologischen Wert. Eine Wildhecke bietet mehr als einen Sichtschutz. Sie besteht aus verschiedenen, einheimischen Gehölzen und bietet zahlreichen Tieren Nahrung, Verstecke und Unterschlupf. Idealerweise wird entlang der Wildhecke ein blütenreicher Krautsaum als Übergangslebensraum angelegt. Naturnahe Hecken stellen wichtige Vernetzungselemente dar, in welchen Tiere gut geschützt und versteckt von einem Lebensraum zum nächsten wandern können. Weitere Informationen zu Wildhecken und Krautsäumen finden Sie über folgende Links:
Die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern schafft neue Nahrungs-, Unterschlupfs- und Überwinterungsmöglichkeiten für viele verschiedene Tierarten. Besonders einheimische Gehölze sind sehr wertvoll für die Biodiversität. Im Garten bieten Bäume Schatten, machen die Jahreszeiten erlebbar, filtern Staub aus der Luft und können uns mit Früchten und Blüten versorgen. Ein Baum prägt einen Garten für viele Jahre, daher sollte die Auswahl der Art und des Standorts sorgfältig überlegt werden. Die Tipps unter folgenden Links helfen dabei:
Die Wahl der Pflanzen, welche im Garten, in Rabatten, auf Baumscheiben und im Verkehrsgrün angepflanzt werden, hat einen grossen Einfluss auf die Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum. Ein Staudenbeet setzt sich aus verschiedenen mehrjährigen Pflanzen (sog. Stauden) zusammen. Besonders einheimische Pflanzen bieten Insekten und anderen Kleintieren Nahrung und Überwinterungsplätze. Je vielfältiger die Bepflanzung ist, desto mehr verschiedenen Tiere können von ihr profitieren. Die folgenden Links führen zu weiteren Informationen und Anleitungen, wie ein ökologisch wertvolles Wildstaudenbeet angelegt wird:
Kleinstrukturen wie Ast,- Laub-, oder Steinhaufen bieten Verstecke, Unterschlupf und Überwinterungsquartiere für Igel, Amphibien, Reptilien, Insekten und andere Kleintiere. Laub und Äste fallen in den meisten Gärten an. Anstatt sämtliches Material abzuführen, kann ein Teil zu einem Haufen aufgeschichtet werden. Auf Beeten verteilt, bietet Laub einen Winterschutz für frostempfindliche Pflanzen oder dient als Nährstofflieferant. Häufig werden Ast- und Laubhaufen kombiniert. Ein Steinhaufen wird am besten an einer sonnigen Stelle angelegt. Folgende Links führen zu weiteren Informationen und Ideen für die Anlage von Kleinstrukturen im Garten:
Künstliche Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten sind eine gute Möglichkeit, um Tierarten im Garten anzulocken und zu beobachten. Damit die Nisthilfen genutzt werden, ist jedoch eine naturnahe Umgebung mit verschiedenen Nahrungsquellen und Versteckmöglichkeiten die Voraussetzung. Die künstlichen Nisthilfen sollen verloren gegangene natürliche Strukturen wie Baumhöhlen oder Hohlräume an Gebäuden und Felsen ersetzen und geeignete Brut- und Nistplätze zur Verfügung stellen. Falls Sie planen, in Ihrem Garten eine künstliche Nisthilfe zu installieren, können Ihne die folgenden Informationen und Tipps bei der Auswahl helfen:
Besonders bei Mauer- und Alpenseglern sind Nisthilfen an Gebäuden von grosser Bedeutung. Stadtgrün berät Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer dazu, ob ihr Gebäude zum Anbringen von Nisthilfen für Gebäudebrüter geeignet ist.
Beratung für Nisthilfen
Begrünte Dachflächen geben der Natur zusätzlichen Raum in Siedlungsgebieten und erweitern so das Lebensraumspektrum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig leisten begrünte Dächer einen grossen Beitrag zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels in Städten. Sie fördern die Biodiversität, verbessern das Mikroklima, reduzieren Luftschadstoffe und mindern Geräuschemissionen. Weitere Informationen zum Thema Dachbegrünung gibt es unter folgenden Links:
Pflanzen an Gebäudefassaden, Mauern und Zäunen lassen zusätzliche Grünräume und Nischen entstehen. Grüne Fassaden überzeugen ausserdem dank ihrer ästhetischen Aspekte und helfen mit, den Siedlungsraum abzukühlen. Daneben sind sie auch ein wertvolles Habitat für Tiere. Schmetterlinge, Wildbienen oder Vögel finden in den Pflanzen Nahrung und Unterschlupf. Weitere Informationen zum Thema Fassadenbegrünung gibt es unter folgenden Links:
Feuchte Standorte, Kleingewässer, Pfützen und Wasserbecken sind im Siedlungsbereich seltene Lebensräume. Dabei sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten auf naturnahe Gewässer angewiesen – sei es als Lebensraum, Nahrungsquelle oder zur Wasseraufnahme. Offene Wasserflächen, ob kleine Biotope oder grössere Weiher, leisten deshalb einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität und dienen als ökologische Trittsteine im urbanen Umfeld.
Auch Versickerungsanlagen beispielsweise der Dachentwässerung können temporäre, interessante Feuchtstandorte bilden und Entlasten insbesondere bei Starkregenereignissen die Kanalisation. Nicht zuletzt ist Wasser ein attraktives Gestaltungselement, pädagogisch wertvoll und sorgt durch die Verdunstung für kühlere Luft.
Die nächtliche Beleuchtung von Strassen, Garageneinfahrten oder Gartensitzplätzen stört den natürlichen Rhythmus zwischen Tag und Nacht. Tiere und Pflanzen sind auf die Unterschiede von Hell und Dunkel angewiesen und für viele Arten bedeutet künstliches Licht in der Nacht Orientierungslosigkeit, den Verlust des Zeitgefühls oder sogar den (Erschöpfungs-)Tod. Fledermäuse beispielswiese Verlassen ihr Tagesschlafversteck erst bei Einbruch der Dunkelheit und benötigen nachtdunkle Lebensräume für die Jagd. Vögel orientieren sich auf ihrem nächtlichen Zug häufig an den Sternen - zuviel helles Kunstlicht lässt sie «ihren» Sternenhimmel nicht mehr sehen.
Im Garten, wie auch im öffentlichen Raum, kann der Lichtverschmutzung mit einfachen Massnahmen entgegengewirkt werden. Zentral ist die Wahl der Leuchtmittel, der Farbtemperatur und die Ausrichtung des Lichts, aber auch der Zeitpunkt und die Dauer des Lichts. Die Vermeidung unnötiger Lichtquellen ist entscheidend - ganz nach dem Motto: so viel Licht wie nötig, so wenig wie möglich. Wenn Sie die Beleuchtung in Ihrem Garten optimieren möchten, finden Sie Informationen dazu unter folgenden Links:
- Merkblatt naturfreundliche Beleuchtung (birdlife-ag.ch) neues Fenster
- Kein Licht im Garten | Initiative gegen Lichtverschmutzung (kein-licht-im-garten.net) neues Fenster
- DarkSky Switzerland – Für umweltschonende Beleuchtung und den Schutz der Nacht neues Fenster
- Fledermausfreundlich beleuchten (fledermausschutz.ch) neues Fenster
Haben Sie Fragen dazu, wie Sie Ihre Wohnumgebung naturnaher gestalten können? Stadtgrün hilft Ihnen gerne weiter und bietet kostenlose Beratungen an.
Kontakt
Stadtgrün
Neugasse 3
9004 St.Gallen
Weitere Informationen
Biodiversität im Garten
- Aufleben Natur - lass Biodiversität in der Schweiz aufblühen! neues Fenster
- so geht Biodiversität - (G)Artenvielfalt Innerschweiz neues Fenster
- Broschüre Mehr Natur im Garten (naturama.ch) neues Fenster
- Handbuch ökologischer Unterhalt (ANJF) neues Fenster
- Der Klima-Garten (BAFU) neues Fenster
- Toolbox Siedlungsnatur neues Fenster
- NIMS - Natur im Siedlungsraum neues Fenster
- Siedlungsraum | BirdLife Schweiz neues Fenster
- Goldene Regeln Grünflächenunterhalt neues Fenster
- Wildpflanzen für den Garten | Floretia neues Fenster
- fokus-n.ch neues Fenster
- Plattform Naturförderung Biodivers neues Fenster
Spezifische Artenförderung
- Blumenreiche Lebensräume für Wildbienen im Siedlungsgebiet | BirdLife neues Fenster
- Merkblatt erdnistende Wildbienen neues Fenster
- Bienenfachstelle Kanton Zürich neues Fenster
- Merkblatt vogelfreundlicher Garten | BirdLife neues Fenster
- Amphibienschutz vor der Haustüre | Infofauna neues Fenster
- Broschüre Nistplätze für Mauer- und Alpensegler neues Fenster
