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Anerkennungs- und Förderungspreise 2019

Kulturkosmonauten

Die Stadt St.Gallen zeichnet dieses Jahr fünf Kulturschaffende mit einem Anerkennungspreis und vier Förderungspreisen aus. Den Anerkennungspreis erhält Norbert Möslang. Die Förderungspreisträgerinnen und Förderungspreisträger sind Tobias Bauer, Dominik Kesseli, die Kulturkosmonauten und Fabienne Lussmann.


Der Anerkennungspreis ist mit CHF 20‘000 dotiert und wird an Personen vergeben, die sich mit ihrem kulturellen Wirken besondere Verdienste um die Stadt erworben haben. Die vier Förderungspreise sind mit je CHF 10‘000 dotiert. Die Preisverleihung findet zeitgleich mit der Vergabe der Werkbeiträge im Rahmen einer öffentlichen Feier am Montag, 11. November 2019, um 18.30 Uhr, im Palace statt.

1. Norbert Möslang (Anerkennungspreis)

Norbert Möslang (*1952) ist Bildender Künstler, Komponist, Musiker und Geigenbauer. International bekannt geworden ist er sowohl durch seine preisgekrönte Musik für die Filme von Peter Liechti als auch durch seine künstlerische Arbeit mit «geknackter» Alltagselektronik. Dabei verarbeitet er verborgene Ebenen von elektronischen Systemen oder Geräten zu Sound, entwickelt daraus Performances oder gestaltet multimediale Installationen. So hat er für seine grossangelegte Ausstellung des Kunstmuseums St.Gallen in der Lokremise 2011 das World Wide Web angezapft und den Datenstrom in den Ausstellungsraum übertragen. Bilder und Sound verdichteten sich zu einem intensiven Gesamtkunstwerk. 

Norbert Möslangs Kunst ist in der Stadt St.Gallen an vielen Orten dauerhaft präsent. Im Jahr 2008 wurde seine Kunst am Bau Arbeit an der Brühltorpassage eingeweiht. 2012 entwarf er für das Gallusjubiläum die Arbeit «warten», die demnächst im neugestalteten Wartebereich der Mühleggbahn wieder zu sehen sein wird. Sein aufsehenerregendstes Projekt der jüngsten Zeit ist die 2018 eingeweihte Installation «pattern» am Bahnhof St.Gallen. Die binäre Uhr hat als unkonventionelles, experimentelles Kunstwerk schweizweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Stadt St.Gallen würdigt Norbert Möslang mit dem Anerkennungspreis als einen der wichtigsten Schweizer Protagonisten auf Feld der experimentellen, elektronischen Künste. 

2. Tobias Bauer (Förderungspreis)

Tobias Bauer (*1955), wurde an der HSG zum Volkswirtschaftler promoviert und ist seit seiner vorübergehenden Erblindung vor knapp zehn Jahren als Literat tätig. Innerhalb weniger Jahre hat Bauer ein vielseitiges Werk entwickelt: Er hat Lyrik, Geschichten in Buchform und als Hörbuch sowie zusammen mit Karl Elser zwei Kriminalromane publiziert. Kommenden Herbst erscheint im Schwellbrunner orte-Verlag weitere Sprachakrobatik unter dem Titel «OrteWorteMokkatorte». 

In Anbetracht des bisherigen, dichten, virtuosen Schaffens sowie mit Blick auf das bemerkenswerte Stadt-Sankt-Galler Bezugsgeflecht im Krimi «Alles Rosa. Entführung im Rosenhof» und den Sinn für literarische Komik ist der Zeitpunkt gekommen, mit einem Förderungspreis auf Tobias Bauers Werk aufmerksam zu machen. 

3. Dominik Kesseli (Förderungspreis)

«Klingt wie von ganz weit weg, kommt aber aus der Schweiz», schrieb der Musikexpress 2018 über das zweite Album des St.Galler Musikers Dominik Kesseli (*1980), auch bekannt als Lord Kesseli and the Drums im Duo mit Michael Gallusser. Kesseli ist seit Jahren sehr aktiv in der St.Galler Musikszene. Seine Arbeit zeichnet sich aus durch die Bandbreite von Klassik bis Punk wie durch seine aufwändig inszenierten Performances. Er arbeitet in seinen Kompositionen mit elektronischen Klängen wie mit Geräuschen von umfunktionierten Kinderspielsachen oder Alltagsgegenständen. 

Kesselis Musik strahlt national aus, so vertritt er die Stadt St.Gallen unter anderem beim Fachtreffen der Indieszene an der Bad Bonn Kilbi in Düdingen oder in den Playlists nationaler Radios. 2019 wurde er im Duo mit Gallusser ans internationale Branchenfestival Eurosonic nach Holland eingeladen. Er wirkte und wirkt stets in die Stadt, etwa als langjähriger Schlagzeuger der St.Galler Band Stahlberger. Mit seinem Folk-Duo A Crashed Blackbird Called Rosehip machte er 2012 «St.Gallen zur heimlichen Kulturhauptstadt des Jahres» (Zitat Musikblog 78s.ch). 

4. Kulturkosmonauten (Förderungspreis)

Das Projekt Kulturkosmonauten ist ein mobiles, flexibles Format von partizipativen künstlerischen Workshops für Jugendliche. Die Themen und Eigeninitiativen der Jugendlichen treffen dabei auf das professionelle Können der Künstler und Künstlerinnen. Im Zentrum stehen der gemeinsame Prozess und das partizipative künstlerische Arbeiten. Gemeinsam werden eine Geschichte und ihre Form entwickelt und schliesslich von den Jugendlichen öffentlich aufgeführt. Die Nachhaltigkeit des kulturellen Erlebnisses für die Jugendlichen ist den Kulturkosmonauten ein zentrales Anliegen. 

Projektverantwortliche und künstlerische Leiterin ist Pamela Dürr (*1970). Seit 2004 bildet die Arbeit für und mit Jugendlichen den Schwerpunkt ihrer Arbeit. Neben nationalen Preisen erhielt sie 2004 einen Werkbeitrag des Kantons St.Gallen und 2016 den Anerkennungspreis der St.Gallischen Kulturstiftung. Die Geschäftsleitung hat Ann Katrin Cooper (*1979) inne, welche als Produktionsleiterin, Choreografin, Dramaturgin und Managerin im Bereich Theater und Tanz arbeitet. 

Der Förderungspreis würdigt das Kollektiv der Kulturkosmonauten für seine innovative, nachhaltige Theaterarbeit mit Jugendlichen in der Stadt St.Gallen, indem es Jugendlichen Impulse im selbständigen Denken, kreativen Umsetzen und kooperativen Handeln in der Gruppe ermöglicht, und sein Engagement für ein funktionierendes Netzwerk in den Darstellenden Künsten, das weit über die Stadt St.Gallen ausstrahlt. 

5. Fabienne Lussmann (Förderungspreis)

Fabienne Lussmann (*1988) gehört zur jungen Künstlergeneration der Stadt St.Gallen. «Die Augen öffnen – und sie nochmals öffnen» mit diesem Auftrag an sich selbst, einem wachen Blick, ist Fabienne Lussmann in der alltäglichen Umgebung unterwegs. Ihre Bilder erzählen über die Farbgebung und die Arbeitsspuren mal mehr und mal weniger abstrakt von ganz eigenen Stimmungen der Umgebung. Die Künstlerin erzeugt gekonnt räumliche Bildkompositionen. Es sind sowohl Situationen in freier Natur wie auch Orte, wo sich die Natur nur hinter Gartenzäunen und in Form von Hecken zeigt. Sie gewann 2018 den Förderpreis der internationalen Bodenseekonferenz. Der Förderungspreis der Stadt St.Gallen zeichnet Fabienne Lussmann als eine Künstlerin aus, die sich in konzentrierter Form mit Malerei auseinandersetzt.


 








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