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Medienmitteilungen

22. September 2022, 14:30 Uhr | Bereich Medienmitteilungen

Stadt St.Gallen beschliesst Massnahmen zur Vermeidung einer Energiemangellage

Der Stadtrat hat mit Blick auf eine mögliche Energiemangellage verschiedene Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs in der städtischen Verwaltung und im öffentlichen Raum beschlossen. Nebst der Reduktion von Innentemperaturen von städtischen Gebäuden soll auf Fassadenbeleuchtungen verzichtet werden. Die Massnahmen werden per 1. Oktober 2022 umgesetzt.

Thermostat auf Stufe 3

Die geopolitische Lage hat zu höheren Energiepreisen und zu Unsicherheiten über die zukünftige Energieversorgung geführt. Derzeit ist die Strom- und Gasversorgung in der Stadt St.Gallen sichergestellt.  Eine Gas- und Strommangellage ist aber für den kommenden Winter nicht auszuschliessen, sofern es nicht gelingt, den Energieverbrauch zu reduzieren. Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Städteverbandes und der Energiedirektorenkonferenz, der Massnahmen des Kantons St.Gallen und der Vorschläge der Vereinigung St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP) hat der Stadtrat Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs der städtischen Verwaltung beschlossen (Liste der Massnahmen auf Seite 2). Ferner unterstützt die Stadt St.Gallen die Kampagne des Bundes «Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht» und sensibilisiert Mitarbeitende und die Bevölkerung mit geeigneten Mitteln. Ebenfalls sollen die Mieterinnen und Mieter von städtischen Liegenschaften und Liegenschaftsverwaltungen auf die Thematik aufmerksam gemacht und auf Energiesparmöglichkeiten hingewiesen werden.

Innentemperaturen in städtischen Gebäuden werden reduziert

Die Raumtemperatur in Verwaltungs- und Schulgebäuden wird auf 20 ˚C reduziert. Das Energiesparpotenzial dieser Massnahme beträgt in der Stadt St.Gallen 430’000 kWh im Winterhalbjahr, was dem Jahresverbrauch von 112 Vierpersonen-Haushalten entspricht. In Turnhallen und Sportzentren soll die Innentemperatur auf 16 ˚C gesenkt werden, was einem Sparpotenzial von weiteren 40'000 kWh entspricht. Weitere Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs von Sportanlagen und Schwimmbädern werden in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter (ASSA) getroffen. Im Bereich Öffentlicher Verkehr übernimmt die Stadt St.Gallen die Branchenempfehlung des Verbands öffentlicher Verkehr. Die VBSG senken die Temperatur im Fahrgastraum von 22 °C auf 18 °C. Die Fassadenbeleuchtungen von öffentlichen und historischen Gebäuden werden abgeschaltet. Die Beleuchtung in Verwaltungs- und Schulgebäuden wird verringert. In Schulen, Sport- und Freizeitanlagen sowie in Verwaltungsgebäuden wird auf Weihnachtsbeleuchtungen verzichtet.

Der Stadtrat hat ausserdem entschieden, die Weihnachtsbeleuchtung «AllerStern» in der Altstadt in Betrieb zu nehmen. Der Stadtrat möchte mit der beliebten und sehr energieeffizienten Weihnachtsbeleuchtung ein Zeichen setzen, dass die pandemiegeplagte Bevölkerung trotz vielfältiger Einschränkungen eine besinnliche Weihnachtszeit erleben darf. Der Stadtrat verbindet seinen Entscheid mit der Erwartung, dass möglichst auf private elektrische Weihnachtsdekoration verzichtet wird, und dass das städtische Gewerbe im Gegenzug auf die Beleuchtung der Schaufenster ausserhalb der Öffnungszeiten der Geschäfte verzichtet.

Energieverbrauch hinterfragen und reduzieren

Die getroffenen Massnahmen treten Anfang Oktober in Kraft und sollen nebst effektiven Einsparungen beim Energieverbrauch auch der Sensibilisierung dienen. Der Stadtrat ruft die Bevölkerung und die Wirtschaft auf, ihren Energieverbrauch zu hinterfragen und wo immer möglich zu reduzieren. Die Einsparungen im Energieverbrauch tragen auch dazu bei, das von der Stadtsanktgaller Bevölkerung beschlossene und in der Gemeindeordnung festgehaltenen Null-Ziel zu erreichen.

Ebenso hat der Stadtrat entschieden, der Energiespar-Alliance beizutreten. Die Energiespar-Alliance vereint Organisationen, welche die Bemühungen für die Versorgungssicherheit im Winter unterstützen, indem sie freiwillig Massnahmen ergreifen, um Energie effizienter und sparsamer zu nutzen.

 

9 Kommentare
  • E.S. 23. September 2022 11:58
    Aller Stern soll gemäss St.Galler Stadtrat wirklich leuchten dieses Jahr? Was für eine Enttäuschung fühle ich über diesen Entscheid! Ich bitte Sie alle dringend, dieses Vorhaben noch einmal zu überdenken! Es ist total fehl am Platz. Mir fehlt jegliches Verständnis dafür.


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  • Willy 23. September 2022 09:25
    Der Betrieb von Adventsbeleuchtungen in der Zeit, wo Energiesparen angesagt ist, ist völlig daneben. Nicht nur Aller-Stern darf nicht in Betrieb genommen werden. Auch den Einkaufszentren und Läden müsste eine Adventsbeleuchtung verboten werden. Engagement und Füdli zeigen wäre angesagt!
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  • Mike 22. September 2022 19:19
    Der Betrieb der Weihnachsbeleuchtung mag ja als vertretbar gelten in Bezug auf den Energiekonsum. Was ist aber mit den ganzen Gerätschaften, Hebebühnen etc. die notwendig sind, die Weihnachtsbeleuchtung überhaupt in Betrieb nehmen zu können?

    Gemäss einem Artikel in den St. Galler Nachrichten, sind dazu:

    - 15 bis 20 Installateure für zwei bis drei Wochen im Einsatz
    sowie ca. 250'000.- jährlich wiederkehrende Kosten für Montage/Demontage/Strom/Lagerung fällig.

    Das ist ein Schlag ins Gesicht, für alle Bewohner die aufgrund der Teuerung kaum noch über die Runden kommen. Dass nicht einmal eine reduzierte Form der Weihnachtsbeleuchtung geprüft wurde...
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  • Olaf Schulenburg 22. September 2022 19:55
    Echt! Das kostet Eine Viertel Million pro Jahr? Kein Wunder hat die Stadt die Wohnzulage für die Tiefstlöhner gestrichen!
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  • Olaf Schulenburg 22. September 2022 17:12
    Ist alles gut und sinnvoll. Aber den Geschäften wird weiterhin erlaubt die Schaufenster am helllichten Tag zu beleuchten, Luftvorhänge in Betrieb zu halten, sogar die Eingangsbereiche, also noch draussen, sind beleuchtet. Und überall strahlen 1000e Werbemonitore die nichts bringen ausser Energieverschwendung.
    Hier sollte die Stadt Mut, Verantwortung und Regierungsfähigkeit beweisen und das endlich verbieten.
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  • Stadtbewohner 22. September 2022 16:52
    Verstehe ich nicht!
    Dass die Weihnachtsbeleuchtung wieder aufgehängt wird.
    Da wäre Sparpotential vorhanden!
    12’000kwh Strom könnte gespart werden oder genauer gesagt, Strom für ein ganzes Jahr für 3 Haushalte a 4 Personen.

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  • Mike 22. September 2022 21:06
    Gemäss St. Galler Nachrichten, sind es sogar 13'000kwh. Die Energie, Diesel etc. für die Hebebühnen und Installationswerkzeuge nicht eingerechnet:

    https://www.st-galler-nachrichten.ch/st-gallen/detail/article/wenig-strom-aber-trotzdem-viel-geld-00154511/

    Zum Vergleich: Die fortschrittlichere Stadt Zürich (leider wieder mal der Ostschweiz um Welten voraus), reduziert bei ihrer Lucy-Weihnachtsbeleuchtung (welche notabene massiv weniger Strom als "Allerstern" benötigt) immerhin die Betriebszeiten.
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  • Mike 22. September 2022 21:08
    In der Stadt Zürich beträgt die Strompreis Erhöhung nur rund 4% - im Gegensatz zur Stadt St. Gallen mit rund 30%!

    Das sollten wir uns nicht einfach so gefallen lassen... spätestens bei den nächsten Stadtrats-Wahlen sollte die Quittung folgen!
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  • anonym 22. September 2022 16:33
    gut!
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